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Wenn man sich einmal fragt, ob die Demonstranten am Zuccoti Park im Finanzdistrikt von Manhattan einen ähnlichen Protestwillen zeigen wie derzeit die aufgelaufene Menge am Platz der Frankfurter Zentralbank (Occupy Frankfurt), dann bleibt erst einmal festzustellen, dass die Gesellschaft in den USA sicherlich noch tiefer gespalten, die Schere zwischen poor and rich people ungleich größer ist: Aus diesen Gründen war die OWS-Bewegung im Big Apple gleich zu Beginn auch von den Bestrebungen der Gewerkschaften flankiert. Dennoch gibt es auch hier keinen hitzigen Aktivismus, direkte Demokratie wird täglich in der General Assembly praktiziert, einen übergeordneten Sprecher hat man gar nicht erst auserkoren. Und in Europa? Eine erstaunliche Analogie: Die Occupy-Bewegung teilt auch hier einen gemeinsamen und gleichen Zeichenvorrat für jede noch so kleine Kommunikationsgeste. Einige sprachen in der Tat davon, dass die Bewegung unschuldig sein soll! 

Vom Charakter ist der geordnete Protest kaum unterscheidbar von einem “stille Stimmen”-Prostest: Wollte man hier eine sich ins Innere zurückziehende Gesellschaft beobachten, so hätte selbst diese Interpretationsrichtung ihren berechtigten Reiz. Auch wenn die vielen Menschen in NYC ein bewegendes Bild der Mitmenschlichkeit transportieren, so fehlt dieser Bewegung derzeit doch eine kraftvoll inhaltlich geeinte Basis der Gemeinschaftsbildung mit einem gut verwurzelten und artikulierten Ideenverständnis.

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